Draußen wird es erst langsam hell, als ich mich in aller Frühe aus meinem Bett quäle. Heute werde ich noch vor dem Frühstück zu dem kleinen Holzhäuschen an der Pegnitz fliegen, habe ich mir vorgenommen. Und wenn ich rechtzeitig dort bin, dann wartet ja dort mein Frühstück, denke ich mir, als ich mich noch ziemlich müde für den Abflug bereit mache. Meine Geschwister schlafen zu dieser Zeit noch ruhig in ihren Betten und daher versuche ich, möglichst leise zu sein, um sie nicht aufzuwecken. Dass sie beide nicht mitkommen möchten, haben sie bereits gestern Abend nach unserem Ausflug zum Hauptmarkt beschlossen. Davon lasse ich mich jedoch nicht abhalten, denn ich möchte heute zu dem Häuschen. Und vor allem: Ich möchte heute der Erste sein!

Deshalb beeile ich mich heute auch besonders und mache mich gleich nachdem ich mich fertig angezogen habe auf den Weg. Um nicht unnötig Zeit zu verlieren, fliege ich auf dem schnellsten Weg hinunter zum Fluss. Dieser führt mich direkt über die Dächer der vielen Häuser und im Gegensatz zum Fliegen zwischen den Häusern pfeifft mir der Wind hier oben doch um einiges mehr um die Ohren. Aber das ist mir jetzt auch egal, denn ich möchte nämlich nicht wieder erleben, dass schon jemand vor mir bei dem Häuschen war und das ganze Futter aufgegessen hat. Ich möchte der Erste sein!

Obwohl ich die letzten Male immer von einer anderen Seite zu dem Ort geflogen bin, wo das Holzhäuschen hängt, finde ich die Stelle trotzdem ohne langes Suchen und lande kurz darauf auf dem Dach des Häuschens. Voller Vorfreude sehe ich mich um und es ist weit und breit keiner zu sehen. Ob ich wirklich der Erste bin, überlege ich kurz und hüpfe sodann in das Holzhäuschen hinein. Dort kann ich meinen Augen kaum trauen, denn so wie es aussieht, war heute tatsächlich noch niemand vor mir hier. Lauter Kerne und Körner liegen in dem Häuschen, dazu noch ein paar Brocken Brot. Da kümmert sich ein Mensch aber richtig gut um uns, denke ich mir. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, so früh aufzustehen und hierher zu fliegen. In vollen Zügen genieße ich dann mein Frühstück und probiere von allem ein bisschen. Ein paar Minuten später habe ich mich dann genug gestärkt und fliege wieder zurück nach Hause. Ich war der Erste, freue ich mich sehr darüber und bin schon am Überlegen, was ich heute noch alles machen möchte...