Es ist noch immer ungemütlich kalt in Nürnberg, aber ein wenig sind die Temperaturen mittlerweile wieder angestiegen. Woran man das merkt? Heute regnet es! Und obwohl das jetzt nicht unbedingt das Traumwetter zum Fliegen ist, bin ich trotzdem wieder draußen unterwegs auf der Suche nach Interessantem und sonstigen Neuigkeiten. Die Neugierde siegt bei mir halt doch meistens und ehrlich gesagt ist das ständige Zuhausebleiben auch nicht wirklich etwas für mich. Zwar ist es ab und an eine schöne Abwechslung, wenn ich zuhause mit meinen Geschwistern und unserer Mutter spiele oder neue Zaubertricks lerne, aber etwas Schöneres als Fliegen gibt es für mich einfach nicht!

Gerade eben komme ich zur Lorenzkirche und schaue nach, ob Onkel Ambros zuhause ist. Leider ist er nicht da und ich frage mich schon, wo er denn sein könnte. Dann jedoch fällt mir wieder ein, dass wir ja heute Montag haben und er bestimmt bei der Arbeit ist. Zumindest hat er gestern, als er nach dem Fußballspiel bei uns zu Besuch war, nichts von einem freien Tag erwähnt. Schade, denke ich mir, denn ich wäre jetzt schon gerne ein bisschen mit ihm zusammen herumgeflogen. Das macht mir immer besonders viel Spaß und langweilig wird ein Ausflug mit ihm auch nie! Und oft lernt man sogar noch etwas, wenn man mit Ambros unterwegs ist.

So aber mache ich mich halt nun weiter alleine auf den Weg und fliege zur Pegnitz hinunter. Als ich dort ankomme, kommt mir das kleine Häuschen aus Holz, das ich damals mit Onkel Ambros entdeckt habe, wieder in den Sinn. An die genaue Stelle kann ich mich zwar nicht mehr erinnern, aber ungefähr weiß ich es schon noch, weshalb ich gleich anfange, danach zu suchen. Bereits ein paar Minuten später ist meine Suche erfolgreich und ich lasse mich sogleich freudig auf dem Dach des Häuschens nieder. Ich atme kurz durch und blicke anschließend erwartungsvoll in das Häuschen hinein. Hierbei macht sich dann allerdings rasch eine gewisse Enttäuschung in mir breit, denn ich muss feststellen, dass auch heute wieder jemand schneller war und sich das Futter schon hat schmecken lassen. Lediglich in einer Ecke entdecke ich noch ein paar kleine Kerne, die dort wie verloren herumliegen. Während ich diese aufesse, nehme ich mir vor, in den nächsten Tagen nochmals zu diesem Häuschen zu fliegen - nur früher, damit nicht wieder jemand vor mir da ist...