Auch wenn es in Nürnberg noch immer sehr kalt ist, bin ich heute schon kurz nach dem Frühstück losgeflogen. Ich wollte einfach wieder raus und fliegen! Vor ein paar Tagen war es ja viel kälter, da bin ich dann sogar freiwillig zuhause geblieben. Wenn man sich warm anzieht, dann ist es heute aber nicht so schlimm. Von meinen Geschwistern wollte mich trotzdem mal wieder keiner begleiten, weder mein Bruder, noch meine Schwester. Beide sind sie lieber zuhause im Warmen geblieben. Und so habe ich mich eben alleine auf den Weg gemacht. Nachdem ich eine Runde über die Burg geflogen bin und einen kleinen Zwischenstopp auf der Burgfreiung gemacht habe, bin ich nun Richtung Stadtmuseum unterwegs.

Ich fliege so vor mich hin und beobachte, was da unter mir so passiert, da sehe ich auf dem Gehweg eine ältere Frau gehen. Sie scheint vom Einkaufen zu kommen, denn sie trägt zwei große Einkaufstüten bei sich - eine in jeder Hand. Man sieht ihr an, dass sie sich mit den schweren Tüten sehr plagt. Immer wieder macht sie Pausen und setzt die Tüten auf dem Boden ab. Plötzlich passiert es: Sie rutscht aus und fällt hin und ihre Einkaufstüten landen neben ihr unsanft auf dem Boden, so dass die Einkäufe herausfallen und alles verstreut auf dem Boden liegt. Ich erschrecke sehr. Da war bestimmt Glatteis, denke ich mir. Im Winter kann es teilweise nämlich sehr glatt sein, davor hat uns unsere Mutter vor Kurzem auch noch gewarnt.

"Warten Sie, ich helfe Ihnen!", höre ich einen Mann schreien, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite unterwegs ist und auch gesehen hat, dass die ältere Frau gestürzt ist. Vorsichtig, aber trotzdem schnell, rennt er zu ihr herüber. Während der Mann der älteren Frau beim Aufstehen behilflich ist und ihr dann anschließend die Einkäufe aufhebt und wieder in die Tüten packt, lande ich ein paar Meter weiter auf einem Straßenschild. Und dabei passiert es beinahe auch mir. Fast wäre ich auf dem Schild ausgerutscht, dessen Oberseite von einer glatten Eisschicht bedeckt ist. Doch glücklicherweise kann ich mich noch auf den Beinen halten, so dass mir außer einem weiteren Schreck nichts weiter passiert. Bis auf eine verbeulte Konservendose und einen bestimmt gehörigen Schreck ist wohl auch der älteren Frau nichts passiert. Dennoch geht sie jetzt noch langsamer und vorsichtiger als zuvor nach Hause. Und auch ich mache mich nach diesen Schreckensmomenten nun auf den Rückweg - langsam und vorsichtig...