Zunächst haben meine Geschwister und ich unsere Mutter gestern Abend nur mit großen Augen angesehen, als sie uns gesagt hat, dass wir nicht vergessen sollen, unsere Stiefel vor die Tür zu stellen. Wir waren echt ziemlich verwirrt, wie wir das gehört haben, aber unsere Mutter hat uns dann erklärt: "Heute Nacht kommt der Nikolaus und legt den braven Kindern Geschenke in die Schuhe. Und ihr wart doch bestimmt brav, oder?" Meine Geschwister waren sofort überzeugt und haben ohne großes Nachdenken gleich ihre Stiefel geholt und vor die Tür gestellt. Ich dagegen hab die Geschichte mit dem Nikolaus nicht geglaubt, aber was sollte schon mit den Stiefeln passieren, außer dass sie am nächsten Morgen wohl ziemlich kalt wären. Das Risiko war ich bereit einzugehen, denn für den Fall, dass ich mich irre, wollte ich mir natürlich auch nichts entgehen lassen. Letztendlich habe ich meine Stiefel dann also auch vor die Tür gestellt.

Neugierig wie ich bin, führt mich mein erster Weg nach dem Aufstehen heute direkt zur Tür. Eigentlich will ich nur meine Schuhe wieder ins Warme stellen, aber als ich nach draußen schaue, da komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. "Mama, es gibt ihn wirklich! Du hattest recht!", stürme ich in die Küche, in der unsere Mutter schon mit der Zubereitung des Frühstücks beschäftigt ist. "Der Nikolaus war heute Nacht da und hat etwas in meinen Stiefel gesteckt!", sage ich mit freudiger Stimme, während nun auch meine Geschwister noch ganz verschlafen aus dem Kinderzimmer kommen und zur Tür rennen. Mein lautes Rufen hat sie wohl aufgeweckt und natürlich wollen sie auch gleich nachschauen, was denn in ihren Schuhen ist. Begeistert kommen die beiden in die Küche, ihre Stiefel in der Hand. "Was hat euch der Nikolaus denn gebracht?", möchte unsere Mutter wissen und deckt den Frühstückstisch. "Einen Apfel..., Mandarinen..., Nüsse... und Schokoladenkugeln.", zählt mein Bruder auf, während er seinen Stiefel ausräumt. "Das ist ja toll!", freut sich unsere Mutter mit uns.

Wenig später sitzen wir gemeinsam beim Frühstück und wollen von unserer Mutter mehr über den Nikolaus erfahren. "Da kann ich euch leider auch nicht mehr erzählen. Gesehen habe ich ihn noch nie, denn er kommt immer mitten in der Nacht, wenn alle schlafen. Aber dass es ihn gibt, dass steht ja zweifelsfrei fest, oder?" "Ja!", bestätigen wir im Chor. Schließlich hat er uns heute Nacht beschenkt. "Und du hast nicht geglaubt, dass es den Nikolaus gibt...", kann es sich meine Schwester nicht verkneifen. "Ja, Schwesterchen, da habe ich mich geirrt. Den Nikolaus gibt es tatsächlich!", gebe ich kleinlaut zu und schmiede währenddessen schon einen Plan, wie ich ihn nächstes Jahr sehen kann...