"Kommt, meine lieben Kinder, wir fangen an zu backen!", ruft uns unsere Mutter in die Küche. Endlich backen, darauf haben wir schon den ganzen Tag gewartet. Wenige Sekunden später sind wir bei ihr und bekommen auch gleich Schürzen um den Hals gehängt. "Damit ihr euch nicht so vollkleckert, meine Kleinen!", sagt sie und erklärt uns dann ihren Plan: "Also zuerst machen wir die Lebkuchen und anschließend dann Butterplätzchen, Kokosmakronen und Zimtsterne." "Das klingt alles sehr lecker!", meint mein Bruder und wir machen uns eifrig ans Werk. Zusammen sind wir richtig schnell. Bereits nach einer halben Stunde haben wir die Lebkuchen fertig und schieben das Blech in den Ofen.

Während wir dann anschließend den Teig für die Butterplätzchen zusammenkneten, frage ich unsere Mutter: "Mama, weißt du, was ich gestern Nacht geträumt habe?" "Nein, Nürby, was hast du denn geträumt?", kommt es gleich zurück und meine Geschwister lauschen auch schon gespannt, was ich denn zu erzählen habe. "Ich bin mal wieder durch Nürnberg geflogen und es war anfangs auch alles so wie immer.", beginne ich meine Erzählung. "Was ist dann passiert?", ruft meine Schwester ganz aufgeregt dazwischen. Ich atme kurz durch und mache weiter: "Plötzlich ist es dunkel geworden, obwohl es mitten am Tag war. Ich habe fast nichts mehr gesehen, so dass ich mir einen sicheren Platz gesucht habe, um dort abzuwarten, was denn weiter geschieht. Es war wirklich beängstigend!" "Und dann? Was war dann?", hüpft meine Schwester vor lauter Aufregung in der Küche umher. "Nach ein paar Minuten ist es wieder hell geworden und ich bin gleich losgeflogen, um schnell nach Hause zu kommen. Zunächst habe ich daher auch gar nichts bemerkt, doch als ich mich dann doch etwas genauer umgesehen habe, da habe ich dann gesehen, dass jetzt alles aus Lebkuchen war! Die Frauenkirche, das Rathaus, sogar der Schöne Brunnen - einfach alles war aus Lebkuchen!"

Mein Bruder ist begeistert von diesem Gedanken: "Wow, das möchte ich mal erleben, dass alles aus Lebkuchen ist!" "Super, dann könnten wir ständig Lebkuchen essen!", freut sich auch meine Schwester. "Ja, das würde euch gefallen, das denke ich mir!", lächelt unsere Mutter und holt die Lebkuchen aus dem Backofen, derweil wir die nächsten Plätzchen auf ein Blech setzen. Kurze Zeit später, vom Duft der frisch gebackenen Lebkuchen angelockt, kommt unser Vater zu uns in die Küche. Er ist gerade von der Arbeit nach Hause gekommen und probiert gleich mal von den Lebkuchen. "Die schmecken so lecker! Ein Traum ist das!", sagt unser Vater voller Freude und schaut ganz überrascht, als wir alle zusammen beginnen laut zu lachen...