Meine Geschwister und ich sind wieder mal in unserem Kinderzimmer und absolvieren unsere Trockenübungen als es an der Tür klingelt. Sofort unterbrechen wir unser Training und rennen zur Tür. "Das ist bestimmt Onkel Ambros!", ruft mein Bruder und öffnet gleichzeitig die Tür. "Ja, da bin ich, meine Kleinen! Und ich kann es gar nicht erwarten, die Lebkuchen zu probieren, von denen mir euere Mutter gestern erzählt hat!", sagt Ambros und fügt hinzu: "Sie hat mir nämlich gesagt, dass die so lecker sind!" In der Zwischenzeit ist auch unsere Mutter mit zur Tür gekommen und meint zu Onkel Ambros: "Jetzt komm doch erstmal herein und mach bitte die Tür zu, sonst erfrieren wir hier noch alle. Und keine Sorge, die Lebkuchen darfst du gleich versuchen." Zusammen gehen wir ins Wohnzimmer und setzen uns um den Tisch herum. Dort steht seit gestern ja der große Adventskranz, den vier neue Kerzen zieren. Und auch sonst ist alles schön weihnachtlich geschmückt.

"Darf ich die erste Kerze anzünden, Mama?", frage ich unsere Mutter. "Nein, Nürby, das mache ich selbst. Aber du kannst schon mal die Lebkuchen aus der Küche holen. Onkel Ambros kann es ja schon gar nicht mehr erwarten...", antwortet sie und schmunzelt als ihr Blick Richtung Ambros schweift. Ja, Lebkuchen essen klingt gut, denke ich mir und gehe in die Küche, um die Dose mit den Lebkuchen zu holen. Währenddessen sucht unsere Mutter im Schrank nach einer Packung Streichhölzer und findet diese dann auch nach einigem Stöbern. Zurück am Tisch zündet sie eine Kerze des Adventskranzes an und lässt sich auf ihren Stuhl fallen. Doch einen Augenblick danach zuckt sie schon wieder hoch. "Der Tee, ich habe den Tee vergessen!", sagt sie und rennt aus dem Zimmer.

Wenig später kommt unsere Mutter wieder zurück, schenkt uns allen eine Tasse Tee ein und macht das Licht im Wohnzimmer aus. Die brennende Kerze auf dem Adventskranz lässt den ganzen Raum in einem vorweihnachtlichen Licht erstrahlen. "Jetzt können wir endlich anfangen!", freut sie sich sichtlich und verteilt die Lebkuchen. "Du hast recht, die sind wirklich lecker!", spricht Ambros zu unserer Mutter und fragt gleich hinterher: "Darf ich bitte noch einen haben?" "Klar, Ambros!", entgegnet sie kurz und reicht ihm noch einen Lebkuchen. "Danke schön!", bedankt sich Onkel Ambros und beginnt zu erzählen: "Wisst ihr, ich bin ja auf dem Weg zu euch gerade über den Christkindlesmarkt geflogen und dort gibt es auch so viele Lebkuchen. Vielleicht finden wir ja mal Zeit, um dort gemeinsam hinzufliegen!" "Das wäre toll!", sage ich, als ich meinen Lebkuchen aufgegessen habe und stelle mir schon vor, wie die dann wohl schmecken werden...