Alle zusammen sitzen wir am Frühstückstisch als meine Schwester ganz weinerlich sagt: "Mama, ich denke, ich habe mich gestern bei unserem Ausflug mit Onkel Ambros erkältet! Mir ist so kalt und Kopfschmerzen habe ich auch. Dabei habe ich mich doch ordentlich angezogen bei dem kalten, regnerischen Wetter. Sogar eine warme Dusche habe ich genommen als wir zurück waren und mich dann anschließend in einer Decke eingehüllt und mit einer Wärmflasche auf unser Sofa gesetzt und ausgeruht. Und jetzt geht es mir so schlecht."

"Tut mir leid, meine Kleine!", bemitleidet unsere Mutter sie und fügt hinzu: "Am besten legst du dich gleich wieder in dein Bett unter die warme Decke. Ich mache dir dann die Wärmflasche fertig und bringe sie dir zusammen mit einer heißen Tasse Tee. Und dann wirst du bestimmt ganz schnell wieder gesund!" "Aber wir wollten doch heute Nachmittag zum Hauptmarkt fliegen und uns den Schönen Brunnen aus der Nähe anschauen. Das hast du uns doch versprochen, Mama!", antwortet meine Schwester. Unsere Mutter versucht sie gleich zu beruhigen: "Das verschieben wir einfach auf morgen oder übermorgen, wenn du wieder fit bist. Den Schönen Brunnen können wir uns doch auch dann noch anschauen. Wenn du deine Erkältung aber jetzt nicht richtig auskurierst, dann bist du wahrscheinlich am Freitag richtig krank. Und da wollen wir doch zur Eröffnung des Christkindlesmarktes, oder?"

"Du hast recht, Mama! Ich lege mich wirklich besser in mein Bett. Die Christkindlesmarkt-Eröffnung am Freitag möchte ich auf keinen Fall verpassen!", gibt sich meine Schwester einsichtig und schleicht aus dem Esszimmer. Unsere Mutter ruft ihr hinterher: "Ich bringe dir dann gleich die Wärmflasche und einen heißen Tee an dein Bett. Kann ich dir sonst noch etwas Gutes tun, meine Kleine?" "Ja, das kannst du. Lies mir bitte eine Geschichte vor. Darüber würde ich mich sehr freuen!", kommt die Antwort mit kränkelnder Stimme zurück. "Na klar mache ich das! Ich hole nur noch das Buch aus dem Schrank und komme dann zu dir.", sagt unsere Mutter voller Mitgefühl. "Ihr zwei dürft natürlich auch mitkommen und zuhören.", wendet sie sich anschließend an meinen Bruder und mich. "Ja, das ist eine gute Idee, Mama. Ein wenig Ausruhen schadet nicht, denn der Ausflug gestern hat auch mir kräftemäßig zugesetzt.", gebe ich zu und ein paar Minuten später sitzen wir alle in unserem Kinderzimmer und lauschen gespannt der Geschichte, die uns unsere Mutter vorliest...