"Den ganzen Tag nur Regen und ein kalter, stürmischer Wind... Bei einem solchen Wetter macht das Fliegen doch gar keinen Spaß!", meint mein Bruder als wir am frühen Nachmittag zusammen auf Onkel Ambros warten. Als er sich gestern nach dem Mittagessen bei uns wieder auf den Weg zurück gemacht hat, haben wir noch mit ihm ausgemacht, dass er uns heute um 14 Uhr abholt und wir dann einen gemeinsamen Trainingsausflug machen. Fliegen liebe ich und kann es daher immer gar nicht erwarten, dass es losgeht. Seit fast einer halben Stunde bin ich nun abflugbereit. Und auch meine Geschwister sind beide pünktlich bereit gewesen, nur jetzt, jetzt warten wir mal wieder auf Onkel Ambros. Wie eigentlich immer ist er auch heute nicht ganz pünktlich. Mittlerweile ist er sogar schon beinahe zehn Minuten zu spät. Aber wenigstens wird heute kein Essen kalt. Und zu seinem Glück sind auch unsere Eltern gerade unterwegs, so dass er sich wegen seiner erneuten Verspätung von ihnen auch nichts anzuhören braucht.

Nach weiteren fünf Minuten Warten kommt Ambros nass und abgekämpft bei uns an und spricht mit ein wenig besorgter Stimme: "Ein Wind ist das, kann ich euch sagen. Der pfeift heute ganz schön ordentlich. Und dann noch der Regen. Ihr müsst mir echt versprechen, dass ihr vorsichtig fliegt, wenn wir jetzt dann unterwegs sind. OK?" "Klar, ist in Ordnung!", antworten wir im Chor und gehen schon mal nach draußen. Ich muss zugeben, dass das Wetter wirklich nicht gerade zum Fliegen einlädt. Aber mich kann kein noch so schlechtes Wetter davon abhalten, denn dafür liebe ich das Fliegen einfach zu sehr. "Ihr seid bereit, ja? Dann lasst uns starten, Kinder!", ruft Ambros und wir fliegen los.

Zum Aufwärmen drehen wir zunächst ein paar Runden um den Sinwellturm. Eins, zwei, drei, vier Runden geht´s im Kreis bevor wir Richtung Burggarten abbiegen. Schon auf dem Weg dorthin beginnen wir mit den ersten Flugmanövern. "Achtet immer gut auf den Wind! Ihr müsst immer genau wissen, aus welcher Richtung er kommt, denn sonst kann es schnell gefährlich werden!", erklärt uns Onkel Ambros. "Bei einem solchen Wetter ist das Fliegen echt viel schwerer!", schreit meine Schwester hinter mir. Sie hat sichtbar Probleme mit dem starken Wind und kann kaum folgen. Im Burggarten angekommen, absolvieren wir dann verschiedene Übungen. Alles nichts Neues, nur bei den momentanen Witterungsbedingungen doch um einiges schwerer. Und so sind wir nach einer halben Stunde dann auch alle schon ganz ausgepowert und unser Onkel meint zu uns: "Lasst uns zurückfliegen! Ich denke, es reicht für heute." Gesagt, getan. Und auf dem Rückweg freue auch ich mich schon auf unser warmes Zuhause...