Nun ist er also da, der große Tag: Heute fahren wir alle zusammen in den Urlaub! Vor lauter Aufregung konnte ich letzte Nacht kaum schlafen und bin auch schon lange vor dem Frühstück aufgestanden. Und jetzt nach dem Frühstück sitzen wir Kinder in unserem Kinderzimmer. Unsere Rucksäcke sind fertig gepackt, wir sind bereit und warten gespannt darauf, dass es endlich los geht. "Kommt, meine lieben Kinder, es ist soweit!", ruft uns unsere Mutter und erlöst uns damit von der Warterei. Schnell rennen wir aus unserem Zimmer heraus zu unseren Eltern, die bereits mit ihren Rucksäcken auf dem Rücken im Flur stehen und dort auf uns warten. "Super, es geht los!", freue ich mich dabei laut und meine Schwester singt ständig: "Urlaub, Urlaub, wir machen Urlaub..."

Nacheinander hilft unser Vater jedem von uns dabei, seinen Rucksack aufzusetzen. Erst meinem Bruder, dann meiner Schwester und zum Schluss noch mir. "Der Rucksack ist aber ganz schön schwer!", stöhnt meine Schwester bereits nach wenigen Sekunden. Rasch versucht unsere Mutter sie zu beruhigen: "Da gewöhnst du dich bald daran, meine Kleine! Und dann wirst du gar nicht mehr merken, dass du überhaupt einen Rucksack trägst..." Das gute Zureden scheint zu wirken, denn sofort kommt das Lächeln in das Gesicht meiner Schwester zurück und sie beginnt wieder zu singen. "Seid ihr bereit, meine lieben Kinder?", fragt uns unsere Mutter. "Ja!", antworten wir im Chor und atmen nochmals kräftig durch, bevor unser Vater die Tür öffnet und sagt: "Dann können wir jetzt losfliegen! Urlaub, wir kommen..."

Gemeinsam gehen wir nach draußen und unsere Mutter sperrt sodann die Tür zu. Einen Augenblick später sind wir bereits in der Luft und fliegen zunächst auf dem uns altbekannten Weg Richtung Hauptmarkt. "Wohin fliegen wir? Müssen wir nicht eigentlich in die andere Richtung fliegen?", möchte meine Schwester wissen, als wir gerade das Rathaus passieren. "Ja, eigentlich schon...", erwidert unser Vater und erklärt dann: "Wir fliegen jetzt zum Hauptbahnhof und fahren von dort mit der U-Bahn zum Nordostbahnhof. Das ist nicht so anstrengend, wir sind schließlich im Urlaub..."

Auf dem Weg zum Hauptbahnhof genieße ich nochmals die Schönheit unserer Stadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten. Wie wir so am Schönen Brunnen, der Frauenkirche, der Lorenzkirche und der Mauthalle vorbeifliegen, bin ich einerseits schon ein wenig traurig, dass ich unser wunderschönes Nürnberg jetzt dann für längere Zeit nicht sehen werde, andererseits aber freue ich mich auch sehr auf unseren Urlaub und unsere große Reise. "Urlaub, wir kommen...", rufe ich laut und träume bereits von den bevorstehenden Abenteuern fernab von Nürnberg...